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Liebe Pateneltern und Freunde!

Sehr lange musstet ihr auf einen Bericht über die Entwicklung in Lima warten (Hinweis: Am Ende dieses Beitrags veröffentlichen wir die Fotos der Patenkinder, die nach wie vor in Esperanza y Caridad sind.) Sicherlich habt ihr auch insgeheim gehofft, in Chorrillos würde sich alles wieder einspielen, der neue Vorstand würde sich besinnen auf den großen Erfolg der Gründer der Asociación Esperanza y Caridad. Wir haben – wider besseres Wissen – diese Hoffnung auch gehabt.

Es ist aber nicht so gekommen. Die Qualität der Schule ist nach wie vor sehr gut. Die Kinder möchten dort bleiben, auch wenn es hart ist. Sie lernen viel und wissen, dass dieser Schulbesuch die Chance ihres Lebens ist.

 

Dennoch lehnen wir das neue Konzept ab. Als ich vor mehr als 20 Jahren die Bekanntschaft mit der noch ganz jungen Hilfsorganisation machte, war es gerade die liebevolle Hilfe für die Ärmsten, die mich begeisterte. Kinder, die in diesen erbarmungslosen Slums aufwachsen, brauchen viel Hilfe, ehe sie sich in der Gesellschaft zurechtfinden. Ihre Mütter waren glücklich, in der Nähe ihrer Kinder arbeiten zu können. Da war es zweitrangig, dass sie dort nichts verdienten. Die Aufbruchsstimmung, die ich in den 90er Jahren in Chorrillos erlebt habe, hat mich mitgerissen.

 

Damals gab es noch sehr wenig: eine Krippe, eine Küche, ein kleines Grundstück im Stadtteil Chorrillos. Aber die Art, wie die Gründerdamen, die Mütter der Kinder und die Kinder selbst zusammenarbeiteten, war ein Erfolgsmodell. So stellte ich mir gelebte und nachhaltige Entwicklungshilfe vor. Ich stieg ein in das Projekt, und wir hatten bald großen Anteil an dem Erfolg und der rasanten Entwicklung des „Comedors“. Titi de Bringas war eine erfolgreiche Präsidentin der Asociación, sie und die Damen des Vorstands wurden sehr schnell zu Freundinnen von mir, denen ich voll und ganz vertrauen konnte.

 

Nun ist die neue Generation im Vorstand an der Reihe. Sie arbeiten „professionell“, wie sie oft und gern betonen. Für aufstrebende Familien aus den Slums, deren Kinder die Chance nutzen wollen, die ihnen geboten wird, ist diese neue Asociación ein Sprungbrett. Auf der Strecke bleiben die schwierigen Kinder, die Kinder, die in ihrer Familie keinerlei Förderung erfahren, die gestrandeten Familien, verlassene Mütter, die allein die Erziehung der Kinder nicht leisten können. Das Leben in den Slums ist hart. Viele Kinder bedürfen der psychologischen Begleitung, vor allem aber des liebevollen Verständnisses und der Hilfe.

 

Diese Hilfe gibt es heute nicht mehr. Wer nicht bezahlen kann, wer die geforderte Leistung nicht erbringt, wir nicht „spurt“, wird ausgemustert. Einige unserer Patenkinder sind aggressiv, können sich nicht eingliedern, können Regeln noch nicht anerkennen, sind hilflos gegenüber den bürgerlichen Tugenden von Fleiß, Sauberkeit und Ordnung. Gerade diesen Kindern zu helfen war mein großes Ziel. Alle diese Kinder sind heute nicht mehr erwünscht.

 

Liebe Pateneltern, ich kann diesem neuen Konzept nicht zustimmen. Es geht heute darum, einen Kindergarten und eine Schule als Erfolgsmodell dastehen zu lassen. Es geht um das Prestige, nicht um die Hilfe für die ärmsten und schwierigen Kinder. Sie sind heute eher ein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg.

 

Nach und nach werden wir uns zurückziehen aus diesem Projekt. Wir helfen den Patenfamilien noch, solange es uns möglich ist. Aber langfristig müssen wir – schmerzhaft und voller Groll – unseren Zielen Ade sagen. Die Asociación Esperanza y Caridad ist keine Hilfsorganisation mehr, die wir euch mit gutem Gewissen empfehlen können.

 

Bei allen meinen Vorträgen habe ich immer gesagt, dass ich „meine Hand ins Feuer lege“ für diese Form der Hilfe. Jetzt habe ich mich verbrannt. Bitte versteht, dass ich diese Organisation hier nicht mehr als vorbildlich vertreten kann.

 

Dennoch: viele Pateneltern möchten ihren Patenkindern weiterhin helfen. Das geht auch noch. Einige Patenfamilien können das jetzt erhobene Schulgeld bezahlen – manchmal mit sehr großer Anstrengung. Die Pateneltern dieser Kinder bitten wir sehr, ihre Zahlungen nicht einzustellen. Die Ausbildung ist hervorragend.

 

Andere Patenkinder haben die Asociación verlassen, weil sie das Schulgeld nicht aufbringen konnten oder weil die Mütter keine Möglichkeit sahen, die geforderte Arbeit zu leisten. Diese Kinder haben auf staatliche Schulen gewechselt. Dort ist die Ausbildung kostenlos, allerdings auch „grottenschlecht“. Andere sind wegen mangelnder Leistungen oder aggressiven Verhaltens „gegangen worden“.

 

Alle Pateneltern dieser Kinder bitten wir, nichts mehr an die Asociación zu bezahlen. Einige Kinder konnten wir aber zurückholen, indem wir für sie das Schulgeld bezahlt haben. Bitte schaut, ob ihr euer Patenkind auf den Fotos entdeckt. Die Fotos sind nach Klassenstufen geordnet.

 

Unser Engel in Lima ist unsere liebe Griselda Scarneo. Sie hat es übernommen, mit unseren begrenzten Kräften denen zu helfen, die bei Esperanza y Caridad „unter die Räder“ gekommen sind. Sie hilft, wo sie kann, zahlt das Schulgeld, kauft anderen die obligate Schuluniform und Schulsachen, damit die Kinder staatliche Schulen besuchen können.

 

Wir veröffentlichen hier Fotos der Patenkinder, die nach wie vor in Esperanza y Caridad sind. Wer mehr über ihre Leistungen und ihre Situation erfahren möchte, wende sich bitte an mich, Heidi Krogoll. Insgesamt kann ich aber sagen, dass sich die Kinder wohlfühlen und sich anstrengen, um in Esperanza y Caridad bleiben zu können.

 

Frau Griselda Scarneo bemüht sich aufopferungsvoll um alle unsere Patenkinder, um die, die noch in Esperanza y Caridad sind, aber auch um die, die die Asociación verlassen mussten. Ich kann von meinem Privatkonto aus den Patenfamilien Geld zukommen lassen. Frau Scarneo hat Kontakt mit fast allen unseren Patenfamilien. Auch Päckchen und Briefe, die an die Asociación geschickt werden, werden zugestellt.

 

Liebe Pateneltern, ich weiß nicht, wie lange wir unseren Patenkindern noch helfen können. Kontakt zum neuen Vorstand habe ich kaum noch. Aber ich habe Beziehungen, die noch gut funktionieren. Das ist für mich wichtig. Denn solange ich Möglichkeiten zu helfen habe, werde ich diese nutzen. Bitte helft auch ihr, den Kindern zu helfen, solange es geht.

 

Es ist alles sehr traurig, aber wir wollen nicht kapitulieren. Und wir wollen unserer Trauer und unserer Wut über diese Entwicklung keine Chance geben. Wichtig sind nur die Kinder.

 

Freut euch nun an den Fotos, die wir für euch hier veröffentlichen. Es ist wunderbar, sie so fröhlich zu sehen.

 

Sehr herzlich grüßt euch das Ayudemos-Team

 

(Zum Vergrößern der Fotos bitte auf die Bilder klicken)

Ángel Castillo Santiago, Piero Jacobi Laupa
(Kindergarten, 4 Jahre)
Ariana Muñante Leyva, Jonathan Laupa Moreno, Yared Malque Olivera, Gabriel Galiano Llerena, Maciel Chévez Dávila
(Kindergarten, 5 Jahre)
Kael Ponce de León García, Joyce Bautista Moscol, Frank Medina Trujillo
(1. Klasse)
 
María Álvarez Ávila, Blanca Apaza Huarcaya, Naomi Escalante Laupa, Luis Pajuelo Saldivar, Ronaldo Medina Rioja, Jonathan Asto Raya
(2. Klasse)
Nicolle Meza Rojas, Isabel Taype Chavarría, Jenny Altamirano Salas, Camila Huerta Soto, Allisson Palma Fernández, Daniel Avendaño Herrera, Antonio Balestra Persy, Paul García Chumpitaz, Jorge Peñares Morales
(3. Klasse)
Fabiola Rosales Caichihua, Angie Nina Jauregui, Luz Livia Potocino, Shirly Espinoza Villegas, Rubén Rojas Reyna, Angel Laupa Gutiérrez
(4. Klasse)
     
Allisson Cruz Santiago, Nicoll Canlla Monteluis, Milagros Arroyo Contreras, Silvana Avendaño Claudio, Aarón Serrano Diestra Laleska Malque Olivera, Andrea García Champac, Vanessa Bello Laupa, Ichiro Dávila Claudio, Yaleska Malque Olivera
(5. Klasse)
Benjamín Huerta Soto, María Pajuelo Saldivar, Jhoselin Bonilla López, Gianella Aguirre Vega, María Gonzales Liendro, Melanie Cáceres Altamirano, Brigitte Sotacuro Patricio, Marco Galiano Llerena Julio Nestares Núñez, Jhon Lozano Quispe, Norman Tacunan Velasco, Kevin Palma Fernández, Christofer Guerrero Huerta
(6. Klasse)
Marcelo Ortega Salcedo, Bryan Cruz Santiago, Jerry Michuy Sotelo, Marco Nina Jauregui Brisa Chero Ramos, Victoria de la Cruz Cardenas, Ruth García Champac
(7.Klasse)
     
Shena Velásquez Castro, María Zavala Martínez, Shirley Vásquez Sayes, Jennifer Espino Contreras, Jennifer Bautista Agudelo Alessandro Slís Chávez, Juan Laupa Gutiérrez, Darío Tacunan Velasco
(8. Klasse)
Leslie Avendaño Herrera, Paola Apaza Huarcaya, Lucy Calle Medina, Estefanía Bautista Agudelo, Valeria Aguirre Vega, Gabriela Nina Jauregui, Miriam Siguas Cruz, Andrés Laupa Dávila, Jorge Avendaño Claudio, Enrique Tacunan Velasco
(9.Klasse)
Angy Pérez Orozco, Lila Dávila Claudio
(10. Klasse)
 
Silvia Huerta Soto, Stefany Puma Fernández, Astrid Robles Mamani, Melissa Tito Lazariños, Andy Ayuque Lurita, Eddie Camacho Alarcón
(11. Klasse)

 

  • Regenhardt, Jutta u. Walter:

    Liebes Ayudemos-Team,

    vielen Dank für die ausführlichen Informationen, für die Bilder der Patenkinder und für euer Engagement trotz der Krise. Der Sinneswandel des neuen Vorstandes bedrückt auch uns, weil gerade den allerärmsten Kindern, so nicht mehr geholfen werden kann.
    Wir freuen uns natürlich darüber, dass unser Patenkind weiterhin die Schule besuchen darf und werden es, solange es geht, unterstützen.

    Herzlichst
    Jutta und Walter Regenhardt

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