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Unstimmigkeiten zwischen uns und Esperanza y Caridad Lima:

Liebe Pateneltern, liebe Freunde von Esperanza y Caridad!

Heute müssen wir euch leider von Sorgen berichten. Wir haben immer gesagt, dass  ihr euch auf unsere Aussagen über die Verwendung der Spendengelder verlassen könnt: „Jeder Cent erreicht die Bestimmung, die ihr euch wünscht“, haben wir euch versprochen.

Jetzt aber gibt es ernste Unstimmigkeiten zwischen Esperanza y Caridad Lima und uns. Vielleicht könnt ihr uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Damit das Problem deutlich wird,  müssen wir aber zurückblicken auf die Geschichte von Esperanza y Caridad.

 

Wir blicken zurück:
Angefangen hat alles in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bis 1990 war Peru ein sehr unsicheres Land, vor allem wegen des Kampfes von „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad), einer maoistisch orientierten Rebellenorganisation, und dem peruanischen Militär. Sehr viele Bewohner der Anden flüchteten damals vor den Kämpfen in die Hauptstadt Lima. Sie siedelten sich in den Slums von Lima an, die nach und nach einen riesigen Ring um die Stadt bildeten.

Als ich damals das Land kennen lernte, war ich von dem Elend, dem ich auf den Straßen Limas begegnete, erschüttert. Ich versprach der jungen Organisation Esperanza y Caridad, die damals gerade im Aufbau war, von Deutschland aus zu helfen, die in Lima gestrandeten Kinder aufzufangen.

Seitdem hat die Organisation einen ungeheuren, damals undenkbaren Aufstieg erfahren. Aus der Aktion „Ein Glas Milch für jedes Kind“ wurde eine Hilfsorganisation mit einem festen Wohnsitz. Küche und Esssaal wurden gebaut, dann eine Krippe, später ein Kindergarten, eine Grundschule bis zur 6. Klasse. Werkstätten und Computerräume wurden eingerichtet, medizinische Hilfe konnte geleistet werden. Es war eine Freude zu sehen, wie die Spendengelder aus Deutschland mithelfen konnten, den Kindern Chancen für ihr Leben zu eröffnen. Die Pateneltern waren mit vollem Recht stolz auf die Entwicklung ihrer Patenkinder.

Mit den ersten „Abiturienten“ kam das Problem:

Große Spenden vor allem aus Miami ermöglichten den Bau einer weiterführenden Schule, auf der nun auch unsere Patenkinder nach 11 Jahren das peruanische Abitur erlangen konnten. Und nun wurde uns unser Problem bewusst, für das wir bisher keine Einigung oder Lösung sehen. Mit der Erreichung der Hochschulreife will der Vorstand von Esperanza y Caridad seinen Einflussbereich beenden. Mehr könnten sie nicht leisten, nicht finanziell und nicht personell. Ein Betrugsfall durch die Mutter eines Patenkindes scheint ihnen recht zu geben.

Aber wir meinen: Wenn unsere Patenkinder 11 Jahre die Schulbank gedrückt haben, kann man sie nicht ohne Hoffnung und Chancen auf den Arbeitsmarkt von Lima entlassen. Ein duales Ausbildungssystem gibt es dort nicht. Die Jugendlichen müssen ihre Ausbildung ganz allein finanzieren, ganz gleich ob sie nun studieren wollen oder ein Handwerk erlernen möchten. Die Ausbildungskosten auch in den privaten „Academias“ sind so hoch, dass die Familien unserer Patenkinder sie nicht bezahlen können.

Unser erster Gedanke war, dass wir verstärkt nach Möglichkeiten suchen müssten, um die Ausbildung wenigstens unserer Patenkinder finanzieren zu können. Denn den Jugendlichen, die sich elf Jahre in der Schule angestrengt haben, muss es wie Hohn anmuten, wenn sie nun doch wirtschaftlich dort ankommen, wo sich ihre Eltern schon befinden: als Ungelernte auf einem völlig überforderten Arbeitsmarkt.

Zum ersten Mal kommen uns ernste Zweifel am Sinn unserer Hilfe:
Hat unsere Hilfe unter diesen Bedingungen noch einen Sinn? Helfen wir mit den Spenden nicht ungewollt, enttäuschte Jugendliche in die Hoffnungslosigkeit zu entlassen?
Wir stoßen an die Grenzen privater Entwicklungshilfe. Hat ein Land, das diesen gut ausgebildeten Jugendlichen keine Chance auf Integrierung bietet, dessen obere Schichten sich durch überhöhte Ausbildungskosten gegen die Konkurrenz aus der Masse der Bevölkerung abschotten, unsere Hilfe nicht verwirkt? Uns kommen Zweifel am Sinn der Hilfe, wenn die Kinder doch letztlich ihre Situation und die ihrer Familien nicht verbessern können.

 
Es sind quälende Fragen Wir haben uns über ein Vierteljahr mit dem neuen Vorstand der Asociación Esperanza y Caridad per E-Mail und Telefon gestritten. Wir haben angeboten, das Geld für die Ausbildung der Schulabgänger allein aufzubringen. Aber die Weitergabe der Gelder und die Überprüfung der Ausbildungen müssen vom Vorstand geleistet werden.

Dies wurde jedoch kategorisch abgelehnt. Sie hätten weder die Mittel noch das Personal, um die Ausbildung außerhalb der Asociación zu überwachen. Wir sind uns bei diesem Streit in den vielen Monaten nicht näher gekommen. Wir können die Überwachung von hier aus nicht leisten, können aber andererseits auf den Wunsch, dass unsere Patenkinder einen Beruf erlernen, nicht verzichten.


Bitte helft uns, zu einer Lösung zu kommen!
Liebe Pateneltern und Freunde, nach wie vor wird in Esperanza y Caridad Großes geleistet. Wir möchten die Hilfe nicht einstellen. Es ist in den vergangenen Jahren so unendlich viel Positives mit unserer Hilfe geschaffen worden.  Aber hier stoßen wir an unsere Grenzen. Denn guter Wille reicht nicht. Es ist unendlich schwer, anderen Menschen nicht nur für den Augenblick, sondern nachhaltig zu helfen. Dieser Gedanke macht uns traurig und hilflos.
 
Liebe Pateneltern und Freunde, bitte helft uns, Antworten auf unsere quälenden Fragen zu finden. Wir schlagen eine Diskussion der Pateneltern bei einem Treffen vor. Denn wir möchten, dass die Pateneltern selbst entscheiden, ob die Hilfe unter diesen Bedingungen fortgesetzt werden soll. Bitte meldet euch hier in der Homepage, indem ihr die Kommentarfunktion benutzt, oder direkt bei Heidi Krogoll: hkrogoll@t-online.de
  • Sabine und Hans-Hermann:

    Wir haben mit Schrecken die Nachrichten aus Lima gelesen. Sicher will wohl jeder von uns weiterhin sein Patenkind unterstützen aber doch eigentlich mit dem Blick darauf, ihm eine gute Ausbildung und letztlich ein besseres Leben zu ermöglichen. Was nützt unsere Hilfe über Jahre und länger, wenn unsere Patenkinder letztlich doch keine bessere Chance haben als alle anderen “Straßenkinder”. Aber auch wir wissen auch nicht, was richtig ist. Vielleicht wäre es wirklich gut, wenn wir uns mal treffen und das Thema diskutieren würden. Wenn es uns möglich ist, sind wir gern dabei.
    Liebe Grüße
    Sabine und Hans-Hermann

  • Christine und Thomas Klevenz:

    Den Kindern in Chorillos eine gute Schulausbildung zu ermöglichen, mit ärztlicher Versorgung und Mahlzeiten ist schon eine große Hilfe für sie und deren Familien. Wir waren in Lima und haben gesehen was alles geschaffen wurde und finden nicht, dass das alles umsonst gewesen ist!! Die Kinder sind von der Straße geholt worden und haben eine Chance durch die Schulausbildung bekommen!!!
    Auch wir finden es sehr schade, dass die Hilfe nicht über die Schule hinaus weiter gewährleistet werden kann. Da muss eine neue, separate Lösung gefunden werden, mit Hilfe aller Pateneltern und auch neuer, anderer Quellen.
    Zu denken, dass die Kinder in Perú verloren sind, ohne diese zusätzliche Hilfe, finden wir sehr pessimistisch. Sicher hätten es die Kinder bzw. Jugendlichen einfacher mit einer Berufsausbildung, aber sie bekommen eine gute Grundlage und sind hoffentlich kreativ genug Lösungen zu finden. Hierbei sollten wir sie auf jeden Fall unterstützen und nicht denken, dass sie ohne unsere zusätzliche Hilfe verloren und existenzlos sind.
    Es ist sehr traurig, dass Frau Krogoll nach Jahre langem und unermüdlichem Einsatz so sehr enttäuscht worden ist.
    Wir haben nun sehr große Sorge, dass unser Patenkind noch nicht mal sein Abitur in dieser Schule machen kann.
    Liebe Grüße
    Christine und Thomas

  • Christina Koch:

    Ich finde es zwar schade, dass nun über Esperanza y Caridad kein Geld mehr für Berufsausbildungen weitergeleitet werden kann, aber ich möchte die Einrichtung und meine Patenkinder trotzdem gerne weiter unterstützen.
    Ist es vielleicht möglich, einer vertrauenswürdigen Privatperon, die ein eigenes Girokonto hat, die Gelder für Berufsausbildungen zukommen zu lassen?

    Gern würde ich zu einem Treffen kommen, um verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu erörtern.

    Herzliche Grüße,
    Christina Koch

  • Susanne und Torsten Förster:

    Wir möchten unser Patenkind auch nach der Schulausbildung unbedingt weiter unterstützen. Die große Enttäuschung können wir gut verstehen. Vielleicht können wir bei einem gemeinsamen Treffen eine Lösung finden. Wir kommen gern.
    Auf jeden Fall weiter machen, auch wenn eine schnelle Lösung für die Unterstützung der Berufsausbildung nicht möglich ist.

    Liebe Grüße
    Susanne und Torsten Förster

  • Martina und Ulf Berliner:

    Wir denken ähnlich wie jene Patenfamilien, die hier bereits kommentiert haben: Für sinnlos halten wir die Hilfe auch dann nicht, wenn sie nach dem Abitur enden sollte. Dennoch sollten wir alles unternehmen, um auch bei der Berufsausbildung Unterstützung leisten zu können. Wenn nicht mit Hilfe der Asociacion, dann eben auf einem anderen Weg.
    Um darüber zu sprechen, welche Möglichkeit es gibt, sollten wir uns unbedingt treffen. Genauso wichtig wie die Suche nach einem gang- und tragbaren Lösungsweg scheint uns, Frau Krogoll unsere Solidarität spüren zu lassen,um sie zu ermutigen, sich weiter zu engagieren. Denn ohne sie, ihre Kontakte, ihre Erfahrungen,ihre Kenntnisse des Landes, der Mentalität und der Sprache kommen wir Pateneltern und die Kinder der Asociacion nicht aus.
    Deshalb: Sofern es uns terminlich möglich ist, sind wir bei einem Meeting dabei.
    Martina und Ulf Berliner

  • Christine Sander:

    Hallo,

    ich kann verstehen, wenn man nach einer so langen Verhandlungsphase ohne positives Ergebnis entmutigt ist. Dennoch: das Glas ist halb voll!!! Die Schulausbildung für sinnlos zu halten, weil die Anschlußausbildung ungeklärt ist… NEIN. Eine Schulausbildung ist eine Schulausbildung! Die kann keiner nehmen – selbst wenn nach dem Abitur noch nicht das Studium kommt.

    Bis die jetzigen Erstklässler ihr Abitur haben werden, ist noch viel Zeit – Zeit, um nach einer gangbaren Lösung zu suchen.

    Und ich wäre neugierig: was kostet eine derjenigen Ausbildungen, die man bezahlen muß? Und: was kostet ein Studium in Lima?
    Gab es nicht auch die Möglichkeit, die Familien direkt zu fördern??…
    Grüße
    Christine

  • Markus Franke:

    Hallo,
    ich kenne die Chancen junger Menschen mit Abitur aber ohne Geld in Peru nicht und glaube ungesehen, dass es eine sehr schwierige Ausgangsposition ist. Dennoch würde ich mich zu der Gruppe zählen, die das bis zum Abitur Erreichte als sehr wertvoll einschätzt. Daher würde auch ich mir eine Fortsetzung der Hilfen wünschen und genauso die Fortsetzung der Suche nach anderen Lösungswegen.

    Markus Franke

  • Arno und Inge Wolter:

    Hallo liebe Heidi,
    wir können auch verstehen, welch heftige Enttäuschung nach derart viel Arbeit und Einsatz es ist, diese Absagen aus LIMA – sind sie dort stur und/oder unwillig?? – zu erhalten.
    Wir denken, dass unsere Hilfe für unsere Patenkinder bisher gut angelegt ist, nicht umsonst war. Aber eine Unterstützung der Berufsausbildung nach Verlassen der Schule halten auch wir für dringend notwendig. Wir schließen uns gern den Meinungen der anderen Pateneltern, z.B. Christine und Thomas Klevenz an und halten ein Beratungstreffen für angebracht.
    Viele Grüße
    Arno und Inge Wolter, Stade

  • Silke Gerken:

    Hallo und guten Morgen an alle,
    dies ist nun mein dritter Anlauf etwas zu schreiben und auch hier bewahrheitet sich: manchmal lohnt warten, denn hier ist schon alles mehrfach geschrieben, was auch mich bewegt. Mein Patenkind gehört zu denen, die jetzt vor der Ausbildung stehen und wenn mich nicht alles täuscht haben wir eine gute “Übergangslösung ” gefunden. Ich bin zuversichtlich, das wir gemeinsam auch den nächsten Schritt “wuppen” und bin, sofern es sich terminlich einrichten lässt, unbedingt bei einem Treffen dabei. Ich glaube ein guter Gedankenaustausch kann neue Wege öffnen.
    Sie haben hier ‘ne Menge Leute im Rücken, liebe Frau Krogoll, die bei Ihnen stehen! Da geht was ;-)
    Grüße aus Horst
    Silke Gerken

  • Carsten und Sylvie Wappler:

    Wir schließen uns den anderen Eltern an und hoffen, eine Lösung zu finden. Wann ist das Treffen?

    Liebe Grüße

    Sylvie und Carsten

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